BAUEN HEISST, IN BESTEHENDE STRUKTUREN EINGREIFEN
Wir greifen in gesellschaftliche, ökologische und gebaute Strukturen ein. Die Komplexität und Wechselwirkung dieser Strukturen innerhalb aufeinander bezogener Systeme ist oftmals spür- nicht immer aber erkennbar. Sie überlagern sich, ergänzen oder trennen, sie beeinflussen sich gegenseitig und lenken unsere Wahrnehmung. Architektur gestaltet mit ihren Mitteln Eingriffe in bestehende Strukturen.

Architektur entsteht in einem vernetzten System und erzeugt Spannungsfelder worin der Mensch seine Prioritäten individuell setzt.
Meinungen treffen aufeinander, werden diskutiert, Emotionen entstehen. Architektur wird zu einem kommunikativen Akt des gegenseitiges Austauschens von Gedanken, Wahrnehmungen und Empfindungen.

So gesehen ist Architektur die Form gewordene Antwort auf Wünsche, Bedürfnisse, Einflüsse, Beziehungen, Normen und Zwänge. Sie steht immer im von ihr miterzeugten Spannungsfeld von Systemen, die diesen mit architektonischen Strukturen Ausdruck verleihen.


ARCHITEKTUR ALS DIALOGISCHES PRINZIP
Der subjektive Aspekt im Auffassen der Spannungsfelder - der persönliche Dialog innerhalb unserer gewordenen Um- und Mitwelt - wird von uns ergänzt durch den Dialog mit Auftraggeber, Architekten, beigezogenen Fachleuten und Spezialisten. So erarbeiten und wählen wir die (objektiven) Faktoren aus, die dann einheitlich gewertet werden. Das Ganze kann als dialogischer Prozess verstanden werden.

In diesem Prozess werden die bestehenden Systeme um eine neue Struktur - der architektonischen - erweitert. Ein neues Bezugssystem und seine darin eingeschlossenen Erfahrungen aus dem dialogischen Prozess treten hervor und gewinnen Gestalt. Es entsteht Architektur aus Dialog und wird greifbar.

Architektur ist einem dauernden Wandel ihrer Wirkung und der Wahrnehmung durch Andere ausgesetzt und unterworfen. Sie wird deshalb in und durch sich selbst zum dialogischen Prinzip.